Veranstaltung zu 60 Jahre „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“

Turning A Dream Into A Nightmare?

Menschenrechte Contra staatliche Souveränität

Als die Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedeten, war der Zivilisationsbruch und der Rückfall in die Barbarei bereits keine finstere Drohung mehr, sondern durch die nationalsozialistische Kriegs- und Vernichtungsmaschinerie zur gesellschaftsgeschichtlichen Realität geworden.
osten-sackenDie Erklärung war das Versprechen an die Zukunft, dass Ähnliches nie wieder einem Menschen widerfahren müsse. So formulierten die Stichwortgeber wie John Humphrey, Charles Malik, René Cassin, Peng-chun Chang oder Eleanor Roosevelt einen Traum einer Welt, in der die angeborene „Würde und [die] gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt [bilden].“
Heute, 60 Jahre nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, muss angesichts zahlreicher Menschenrechtsverletzungen – sei es beispielsweise das rigide und brutale Vorgehen Chinas gegen Oppositionelle, der Genocid in Darfur oder die ständige Vernichtungsdrohung des Iran gegen den Staat der Shoa-Überlebenden, Israel – gefragt werden, inwieweit dieser formulierte Anspruch der Vereinten Nationen noch ernst genommen werden kann. Weitere Beispiele zu finden, fällt leider nicht schwer.
In seinem Vortrag wird Thomas von der Osten-Sacken zum Anspruch, Realität und Grenzen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sprechen und danach im Rahmen einer Diskussion für weitere Fragen zur Verfügung stehen.
Referent: Thomas von der Osten-Sacken
Thomas von der Osten-Sacken ist Geschäftführer der im Nahen Osten tätigen Hilfsorganisation Wadi e.V.. Zu den Arbeitsschwerpunkten der Hilfsorganisation gehören Aktivitäten gegen alle Formen der Gewalt gegen Frauen, Demokratisierungsprojekte, Jugendbildung- und Ausbildung, Basisgesundheitsversorgung, Rechtsberatungen etc.. Thomas von der Osten Sacken arbeitet darüber hinaus als Journalist für verschiedene Zeitschriften und wird unter anderem zum Thema Naher Osten und Menschenrechte als eine der führenden Autoritäten angesehen. Er ist Mitherausgeber des Buches „Saddam Husseins letztes Gefecht?“.

09. Dezember 2008 // 19:00 Uhr // Uni-Gebäude 40 Raum 327